Beitrag vom 10 Februar 2007 20:51

Platz schaffen für das Rehkitz

Dies ist der vierte Teil der Serie unter und über Ubuntu auf dem iBook G4. Viel ist schon passiert, doch bis jetzt waren alle Vorbereitungen ungefährlich und leicht rückgängig zu machen. Nun ist der Moment gekommen, der die OS X-Installation auf einen Schlag zerstören kann: Das Verkleinern des Dateisystems. Es dient dazu, Platz für Ubuntu zu schaffen, das auf eine separate Festplattenpartition installiert werden muss.

Die Live-CD bietet ein grafisches Partitionierungstool namens GParted, das ich dazu auserkoren habe, meine Partition zu verkleinern. Das Programm zeigt mir alle Partitionen an, die auf meiner Festplatte vorhanden sind. Die Partition /dev/hda9 soll 5 GB entbehren, die für Ubuntu reserviert werden sollen. Also drücke ich auf den Resize-Knopf. Im erscheinenden Fenster kann ich bequem die neue Größe auswählen.

Resize Partitions

Das Bestätigen des Fensters führt allerdings nicht automatisch zum Verkleinern der Partition. GParted merkt sich die Änderungen vor und führt sie erst bei einem Klick auf den Apply-Knopf aus. Eine Sicherheitsabfrage komplettiert das vorsichtige Vorgehen, das sämtliche Daten auf der Festplatte zerstören kann.

Apply?

Ich nehme also meinen ganzen Mut zusammen und starte die Aktion. Ein Statusfenster informiert mich darüber, was gerade gemacht wird und dass es unter Umständen eine Weile dauern könnte.

Applying pending operations

Geduldig wie ich bin, warte ich also. Es dauert fünf Minuten. Es dauert zehn Minuten. Ich hol mal einen Kaffee. Der Bildschirmschoner springt an. Ich wackle ein bisschen mit der Maus, damit mir das iBook nicht einschläft. Hmm. Das habe ich aber auch schon schneller gesehen, so langsam partitioniert sonst nur der Bluescreen-Installer.

Nach fast 45 Minuten wird mir das Ganze zu blöd und ich breche ab. Dumm gelaufen, hoffentlich ist die Partition nicht kaputt und mein OS X noch zu retten. Beim zweiten Versuch das gleiche Spiel, doch diesmal habe ich etwas weniger Geduld und breche schon nach knappen zehn Minuten ab.

Einen Versuch kriegt er noch. Diesmal probiere ich mal, GParted als Superuser aus der Konsole heraus aufzurufen. Vielleicht hilft das ja. Also das Ganze noch einmal, die Größeneinstellungen kann ich mittlerweile auswendig und die Sicherheitsabfragen jagen mir auch keine Angst mehr ein. Doch was ist das? GParted legt mit der Verkleinerung los und schreibt doch gleich mal Fehlermeldungen in die Konsole.

GParted Fehler

Das Herz rutscht mir in die Hose. Ist jetzt endgültig alles verloren? Doch schon nach kurzer Zeit (und diesmal wirklich kurz) kommt die Entwarnung:

feddisch

Hoffentlich geht das Ganze noch. Ausprobieren möchte ich es jetzt nicht, es gibt sowieso kein Zurück mehr, sollte das Ganze nicht geklappt haben. Die Übersicht, die GParted mir bietet, sieht schonmal ganz gut aus, die von mir gewünschten fünf Gigabyte sind der großen Partition abgezogen worden und stehen jetzt als »unallocated« zur Verfügung.

Partitionsübersicht

Während ich noch zufrieden auf die neue Partitionstabelle schaue, poppt auf einmal ein Fenster des Ubuntu-Dateimanagers Nautilus auf. Moment, die Daten kenne ich, das ist doch der Inhalt der OS X-Partition, die ich gerade verkleinert habe?! Merkwürdig, obwohl GParted in der Konsole »automounting disabled« vermeldete, wurde die Partition automatisch eingehängt. Dies passierte nicht mal beim Booten von der Live-CD. Aber gut zu wissen, dass Ubuntu HFS+ zumindest einhängen und lesen kann. Frohen Mutes kommen wir nun also zum nächsten Ziel auf der Reise ins Ubuntu-Wunderland:

Ready to install

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Ubuntu

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