Beitrag vom 12 Februar 2007 16:30

Jetzt geht’s los – Die Installation

Nach der nervenaufreibenden Neuordnung der Partitionen auf dem iBook ist es endlich soweit: Ich drücke den Installationsknopf. Es wird oft behauptet, dass die Installation mit dem Debian-Installer der Alternate-CD erfolgversprechender als die Installation mit ubiquity, dem grafischen Ubuntu-Installer, sein soll. Doch wir möchten ja eine geführte Installation für Dummies Umsteiger aus der grafisch anspruchsvollen Mac-Umgebung. Es wird ja oft behauptet, dass eine Linux-Installation nur von Computerjunkies durchgeführt werden kann, die den Kernel während der Installation nachprogrammieren könnten. Mal sehen, ob ich das hinkriege (Die Installation, nicht das Nachprogrammieren). Herzlich willkommen zur Foto-Love-Story »Zack, Zack, Zack, Ubuntu uff die Platt«!

Die Installation begrüßt mit einem Fenster, das eine Installation in sieben Schritten verspricht und gleich mal vor den Folgen der Installation warnt.

Installer Step 1

Naja, der erste Schritt war ja einfach. Man muss nur auf »Forward« klicken und schon geht es weiter. Mal sehen, was der nächste Schritt bringt:

Install Step 2

Die Auswahl der Sprache. Zum Glück bekomme ich Deutsch in der Auswahl auf der linken Seite angezeigt, so dass mein System (hoffentlich) auch in einer Sprache zu mir spricht, die ich verstehen kann. Erfreulicherweise ist sogar der Installationsprozess ab diesem Zeitpunkt auf Deutsch.

Install Step 3

In Deutschland gibt es ja zum Glück nur eine Zeitzone, ich kann also auch bei Schritt 3 nicht viel falsch machen. Soll das etwa heißen, ich habe knapp die Hälfte der Installation geschafft? Wenn das so weitergeht, könnte das ja wirklich klappen mit der Installation. Bis jetzt kamen jedenfalls keine schweren Hindernisse. Doch das sollte sich gleich ändern.

Install Step 4

Ich erspähe ein deutsches Tastaturlayout, das mit dem Bezeichner »Macintosh« gekennzeichnet ist. Das nehme ich doch glatt und ungefragt, da es ja irgendwie logisch klingt. Es war jedoch ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Das Layout passt so gut wie gar nicht, lediglich die Buchstaben stimmen, bei den restlichen Zeichen bestimmt anscheinend der Zufall, ob die Beschriftung der Taste mit dem, was sie bewirkt, übereinstimmt. Ich habe schließlich das Layout nach der Installation wieder auf »Germany – Eliminate dead keys« zurückgestellt.

Install Step 5

Wer sind Sie? Diese psychologisch und philosophisch hochinteressante Frage gilt es nun zu klären. Zum Glück wird dieses Problem durch einige spezifischere Angaben eingeschränkt. Name, Passwort, Computername, auf diese Angaben reduziert sich das Sein des Ubuntunutzers also. Mir soll es recht sein, zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Install Step 6

Nun möchte Ubuntu also wissen, wo es sich denn auf der Festplatte gemütlich machen kann. Da ich ja auch noch mein OS X gerne weiterbenutzen würde und schon Platz für das Rehkitz geschaffen habe, wähle ich den Punkt »Geführt – den größten freien Speicherbereich benutzen«. Hoffentlich meint Ubuntu nicht, die OS X-Installation wäre ein freier Speicherbereich… Ein kleines Fenster zeigt an, dass Ubuntu darüber nachzudenken scheint. Schwupps, geht es auch schon weiter zum offensichtlich letzten Schritt:

Install Step 7

Es werden zwei neue Partitionen angelegt und formatiert. Leider steht hier nicht, woraus diese gemacht werden und wie groß sie sind. Aber etwas anderes springt mir ins Auge und erfordert meine ganze Aufmerksamkeit: Rechts unten gibt es einen Advanced-Knopf! Vielleicht bekomme ich hier die Informationen, die ich möchte? Doch etwas Unerwartetes empfängt mich nach dem beherzten Klick auf den ominösen Knopf:

Ubuntu sucht den Superstar

Ubuntu sucht den Superstar. Nö, lass mal stecken. In diesem Punkt bin ich paranoid. Über meine Bugreports sieht man sowieso, welche Programme ich nutze. Ich starte also das Prozedere mit einem Klick auf »Install« und richte mich schonmal auf längeres Kaffeetrinken und Beobachten des Fortschrittbalkens ein. Und weil ich euch auch das nicht vorenthalten möchte, folgen nun ein paar Schnappschüsse der Aktionen, die der Installer nun vorgibt auszuführen:

Erzeuge Dateisystem...

Untersuche Dateien...

Kopiere Dateien...

An diesem Punkt kann man sich eine große Kanne Kaffee machen, zumindest wenn man auf dem iBook installiert. Das ist nämlich nicht das schnellste und das merkt man hier auch. Zwischendurch habe ich auch noch während der Installation Zeit, das System zu erkunden. So finde ich zum Beispiel heraus, dass die Sondertasten für Bildschirmhelligkeit und Lautstärke ohne Konfigurationsaufwand, also »out-of-the-box«, funktionieren. Ob die »CD auswerfen«-Taste funktioniert, wollte ich zu dem Zeitpunkt aus unerfindlichen Gründen nicht ausprobieren.
Lautstärkeregler

Da meine Internetverbindung von der Live-Umgebung erkannt wurde, kann ich sogar während der Installation im Internet surfen. Doch zurück zur Installation:

Fast fertig mit Kopieren...

Erzeuge Benutzer...

Ich darf also nun bei meiner Erzeugung zusehen, ein Privileg, dass mir im realen Leben zum Glück verweigert wurde. Da es aber ziemlich schnell geht, bekomme ich gerade so den Screenshot hin, bevor alles vorbei ist. Der nächste Schritt, die Erzeugung der Initskripte, braucht da wesentlich länger.

Initskripte...

Danach ist eines der Kernkomponenten, der Paketmanager apt, dran. Die Konfiguration durchsucht auch gleich die Update-Server nach neuen Paketen, allerdings werden nur die aktuellen Sprachpakete eingespielt und nicht gleich das ganze System aktualisiert.

Konfiguriere Apt...

Download der Sprachpakete...

Es ist übrigens nicht unbedingt eine funktionierende Internetverbindung zur Installation erforderlich. Findet apt keine Internetverbindung, ist das System allerdings nicht vollständig lokalisiert, es gibt also viele Bereiche, die auf Englisch erscheinen. Nach der Installation der Sprachpakete werden dann noch schnell die Uhr eingestellt sowie unnötige Pakete gelöscht. Dabei wird auch der Betriebssystemkern entfernt. Recht so, ist eh unnötig…

Uhr einstellen...

Entfernen des Kernels...

Es wurde natürlich nur der auf dem iBook nicht benötigte 64 bit-Kernel entfernt, also kein Grund zur Panik! Nach der Hardware-Erkennung, die die nötigen Treiber ins System einbindet, wird es endgültig ernst.

Hardware-Erkennung...

Yaboot, der Bootloader von Ubuntu, ist an der Reihe. Er sorgt dafür, dass ich beim Hochfahren des iBooks zwischen Ubuntu und Mac OS X wählen kann.

Yaboot...

Zu guter Letzt entfernt sich ubiquity, das Installationsprogramm von Ubuntu doch gleich selbst, da es ja nicht mehr benötigt wird.

Remove Ubiquity...

Um bei einer fehlgeschlagenen Installation Hinweise auf die Gründe des Fehlschlags zu bekommen, gibt es auch noch Installationsprotokolle, die gesichert werden müssen.

Kopiere Installationsprotokolle...

Und schon ist es vollbracht. Es gibt natürlich eine abschließende Meldung, die einen darauf hinweist, dass man den Rechner neu starten muss (Da wäre ich nie drauf gekommen).

Installation abgeschlossen!

Nun denn, auf zum Neustart. Wie von mir verlangt, entferne ich natürlich die CD nach dem Runterfahren aus dem Laufwerk.

Disc entnehmen

Blöd nur, dass der Rechner nach dem Bestätigen des Auswerfens mit der Enter-Taste nicht neu startet, sondern gar nichts mehr macht. Nach einer gewissen Zeit wird mir das Warten zu lang und ich schalte das iBook durch laaaaaanges Drücken der Power-Taste aus. Wenn das mal nichts kaputt gemacht hat…

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Ubuntu

Kommentarfunktion deaktiviert.