Beitrag vom 22 April 2007 12:54
Die Meldung vor exakt einem Monat war vielversprechend: Ein Firefox-Plugin, das die kleinen, trendigen Flash-Filmchen spielen kann. Für »normale« Computernutzer längst ein alter Hut, ist dieser Teil des Internets für PowerPC-Besitzer unter Linux immer noch eine verbotene Zone. Während Adobe nicht daran interessiert zu sein scheint, diese Minderheit mit ihrem proprietären Ergüssen zu versorgen, mühen sich diverse Projekte damit ab, ein funktionsfähiges Plugin zusammenzubasteln.
Fasziniert von den Leistungen, die das swfdec-Projekt verspricht, musste das Ganze denn auch getestet werden. Da das Feisty-Repository nur eine ältere Version von swfdec anbietet, muss man sich das Plugin wohl oder übel selbst backen. Hierzu lädt man sich die beiden Programm-Archive swfdec und swfdec-mozilla in der aktuellen Version von der swfdec-Seite und entpackt sie. Benötigt werden außerdem eine Reihe von Komponenten, die man sich über die Paketverwaltung einfach besorgen kann.
sudo apt-get install autoconf automake1.9 gcc g++ libglib2.0-dev libgtk2.0-dev libasound2-dev liboil0.3-dev libmad0-dev libavcodec-dev firefox-dev libpango1.0-dev
Sind die Helfer installiert, kann man sich an die Installation der Grundbibliotheken von swfdec machen. Eine Konsole ist wohl der einfachste und schnellste Weg hierfür. Man wechselt einfach mit cd in das Verzeichnis des entpackten swfdec-Archivs und gibt den berühmten Dreisatz ein.
./configure
make
sudo make install
Der Vorgang braucht eine ganze Weile und bringt das iBook gehörig ins Schwitzen. Wenn man den Kompiliervorgang überstanden hat, kann man das swfdec-mozilla-Plugin in Angriff nehmen. Auch dort wechselt man einfach in das entpackte Verzeichnis und gibt den Dreisatz ein.
Diese Runde ist schon eindeutig kürzer als die letzte. Das Resultat ist ein Firefox-Plugin, das dann nur noch aktiviert werden muss. Hierzu muss eventuell erst der Verweis auf das Gnash-Plugin aus dem letzten Versuch entfernt werden.
sudo rm /usr/local/lib/mozilla-firefox/plugins/libgnashplugin.so
Danach aktiviert man das swfdec-Plugin.
cd /usr/lib/firefox/plugins
sudo ln -s /usr/local/lib/mozilla-firefox/plugins/libswfdecmozilla.so
Bei einem Neustart des Firefox wird das Plugin schließlich geladen. Nachprüfen kann man das mit der about:plugins-Seite des Firefox.
Die Ernüchterung kommt dann bei einem Probelauf auf dem MacVillage-Blog, das auch eingebettete YouTube-Videos enthält. Firefox stürzt reproduzierbar ab. Das war es dann auch nicht, also zurück zu gnash. Der kann zwar auch kein YouTube, aber da stürzt wenigstens der Browser nicht ab…
cd /usr/lib/firefox/plugins
ln -s /usr/lib/gnash/libgnashplugin.so
Hoffentlich erbarmt sich Adobe in nächster Zeit, so schwierig kann es ja nicht sein, den Code zu portieren. Immerhin funktioniert es ja sowohl in Mac OS X als auch im Playstation 3-Browser.







