Beitrag vom 17 Mai 2007 13:25
Nachdem in letzter Zeit die PS3 meine Hauptspielwiese war, darf heute auch das iBook mal wieder etwas »Ubuntu Love« erfahren. Das Langweilige an der Geschichte ist, dass alle Anforderungen, die ich an das iBook stelle, entweder gehen (z.B. WLAN) oder nicht lösbar sind (z.B. Flash).
Eine Sache hat mich aber schon immer interessiert: Wie ist das eigentlich mit Ubuntu und externen Monitoren? Dass ein Umschalten bei laufendem XServer (noch) nicht machbar ist, leuchtet mir irgendwie ein. Das Bearbeiten der /etc/X11/xorg.conf, also der Konfiguration der grafischen Oberfläche ist zudem nicht trivial und der Benutzer sollte darauf gefasst sein, in einer ungemütlich schwarzen Konsole zu landen. Fehler sind schließlich menschlich und nur Versuch macht kluch
Also auf in den Kampf! Unsere Reise beginnt hier, da wir ja (noch) eine grafische Oberfläche unser Eigen nennen:

Sämtliche Konfigurationen gehen in die »Device«-Sektion der Grafikkarte. Der freie radeon-Treiber, der für die ATI-Karte des iBooks zuständig ist, unterstützt die verschiedenen Modi des Multimonitorbetriebs recht gut, so dass auf die Möglichkeiten des XServers (Xinerama) nicht zurückgegriffen werden muss. Im Prinzip gibt es ja zwei Arten, einen externen Monitor anzuschließen. Entweder man möchte den Desktop klonen/spiegeln – dieser Modus wird beispielweise bei Präsentationen verwendet – oder man möchte den Desktop auf den externen Monitor erweitern – dieser Modus bietet sich an, wenn man das iBook als Hauptrechner benutzt und der 12 Zoll-Bildschirm zu klein wird.
Klonen. Hierzu ändert man die Section der Grafikkarte etwa folgendermaßen ab:
Section "Device"
Identifier "Standardgrafikkarte"
Driver "ati"
BusID "PCI:0:16:0"
Option "MergedFB" "true"
Option "CRT2Position" "Clone"
Option "MetaModes" "1024x768-1024x768 1024x768"
EndSection
Beim Klonmodus ist zu beachten, dass die größte Auflösung, die man in den MetaModes angibt, auf alle Monitore angewandt wird. Beim iBook ist es also empfehlenswert, keine größere Auflösung als 1024×768 anzugeben. Macht man es dennoch, ragt auf dem iBook der Desktop über den Bildschirmrand hinaus. Durch Scrollen kann man zwar die verborgenen Desktopinhalte sichtbar machen, aber gerade bei Präsentationen erzeugt das unangenehme Wartezeiten, die üblicherweise mit »Gelaber« überbrückt werden müssen.
Videos werden übrigens nur auf dem internen Monitor des iBook angezeigt. Umschalten kann man das mit dem kleinen Programm xvattr. Die Eingabe von xvattr -a XV_SWITCHCRT -v 1 lässt das Video auf dem externen Monitor erscheinen, xvattr -a XV_SWITCHCRT -v 0 wechselt auf den internen zurück. Dieses Verhalten war mir zwar von den ATI-Treibern unter Windows bekannt, ohne Christians Hilfe hätte ich das in Ubuntu jedoch nicht gelöst. Der Dank geht deshalb an ihn!
Erweitern. Diesmal fällt die Änderung der xorg.conf etwas anders aus:
Section "Device"
Identifier "Standardgrafikkarte"
Driver "ati"
BusID "PCI:0:16:0"
Option "MergedFB" "true"
Option "CRT2Position" "LeftOf"
Option "MergedNonRectangular" "true"
Option "MetaModes" "1024x768-1280x1024 1024x768"
EndSection
Die entscheidende Option ist dabei »CRT2Position«. Sie bestimmt neben der Position der Monitore, auf welchem Monitor die Panels erscheinen; nämlich auf dem, der am weitesten links bzw. am weitesten unten steht. In meinem Fall ist das der externe Monitor. Doch Linux wäre nicht Linux, wenn man das nicht konfigurieren könnte. Auf die Option »MergedXineramaCRT2IsScreen0« möchte ich jedoch nicht weiter eingehen, wen es interessiert, der kann es ja in der Dokumentation nachlesen. Bei Verwendung des erweiterten Desktops kann man beruhigt größere Auflösungen für den externen Monitor angeben, die Option »MergedNonRectangular« sorgt dafür, dass man auf dem iBook nicht ins Unbekannte hinaussegelt und dann scrollen muss.
Am Ende bleibt wieder mal die Erkenntnis, dass es im Prinzip funktioniert, nur halt etwas anders als gedacht. Die Auflösung meines externen Monitors (1680×1050) wird vom Treiber nicht unterstützt und ein Umschalten im laufenden Betrieb ist nicht möglich. Man könnte für die verschiedenen Modi mehrere Layouts erstellen, doch selbst dann müsste man den XServer zum Wechseln des Layouts neu starten. Für gelegentliche Präsentationen ist der Klonmodus jedoch völlig ausreichend, da man ja in der Regel weiß, dass eine Präsentation bevorsteht.







