Beitrag vom 17 Juni 2007 12:18

Ein zweites Leben

Ubuntu-Desktop Titanium

Da hat das Powerbook doch glatt gedacht, es könnte seinen wohlverdienten Ruhestand im MacVillage Archiv-Regal verbringen und sich die Sonne auf den Bauch Deckel scheinen lassen. Doch jeder bekommt eine zweite Chance, auch das Titanium. Nachdem der erste Versuch mit der Ubuntu Live-CD durchaus als erfolgreich zu bezeichnen war, lief auch die Installation ohne Komplikationen durch. Man muss aber sagen, dass das Titanium nicht mehr das Schnellste ist und die Installation dementsprechend lange dauert.

Die Anpassung der Xserver-Konfiguration wurde natürlich auch gleich übernommen, sodass der Psychedelic Mode in der installierten Version nicht mehr auftaucht. PBbuttonsd, der die Sondertasten des Powerbooks verwaltet, wurde auch gleich mitinstalliert. Die Tasten für Helligkeit, Lautstärke und CD-Auswurf funktionieren also out-of-the-box. Mouseemu, der Daemon zur Emulation der rechten Maustaste, ist schnell nachinstalliert und die Änderung an der Konfigurationsdatei /etc/default/mouseemu war auch schnell erledigt.

Was mir zum ersten Mal auffällt, ist die Emulation eines Mausrads von mouseemu. Da ich auf dem iBook mit einer USB-Maus, einer Logitech V500, arbeite, habe ich die Emulation nur in Notfällen benutzt und deswegen dieses wirklich praktische Feature wohl übersehen. Jedenfalls kann man bei gedrückter Alt-Taste durch Betätigen des Touchpads in Fenstern scrollen, ähnlich des Zwei-Finger-Scrolls »moderner« Apple-Notebooks.

Doch keine Installation ohne offene Todo-Liste. In diesem Fall ist das Zünglein an der Waage der eigentliche Anlass der Installation, die Funknetzwerkkarte (im Volksmund Airport genannt). Während die extreme Variante, die im iBook G4 und auch im neueren Powerbook G4 Aluminium steckt, einen Broadcom-Chip verwendet und deshalb (fast) automatisch läuft, erzeugt die originale Variante doch erhebliche Schwierigkeiten. Das zugehörige Kernelmodul (Treiber) des verwendeten Hermes/Orinoco-Chips kann aus irgendwelchen (lizenzrechtlichen?) Gründen kein WPA, obwohl der Chipsatz definitiv WPA unterstützt. Also hängt das Powerbook erstmal am Kabel. Sicherheit ist wichtiger als kabellose Freiheit, ein erträglicher Endzustand ist das jedoch nicht. Für dieses Wochenende ist aber erstmal genug.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Hardware und Treiber, Ubuntu

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