Beitrag vom 11 August 2008 23:56

Gedanken zum iPhone

Auch wenn mich jetzt einige verteufeln, auch ich gestehe: Ich habe mir ein iPhone 3G zugelegt. Abgesehen von der Geschlossenheit des iPhone-Ökosystems, das sehr strikt von Apple kontrolliert wird, bin ich damit bis jetzt sehr zufrieden. Das iPhone erfüllt seine Aufgabe auf eine zugegebenermaßen sehr stylische Art und Weise. Somit sind es sicherlich nicht nur technisch-rationale Überlegungen, die zum Kauf des Gadgets geführt haben.

Interessant auch die Fülle an Anwendungen, die allein der von Apple kontrollierte AppStore innerhalb dieser kurzen Zeit bereits aufweist. Zählt man nun noch die Anwendungen dazu, die nach einem Jailbreak zur Verfügung stehen würden, dann weiß man schon gar nicht mehr, welche Anwendung man zuerst unbedingt mal testen muss. Klar ist auch viel Crap dabei, aber es gibt auch wirklich nützliche Anwendungen, die das iPhone um sinnvolle Funktionen erweitern.

Der Ubuntu-Entwickler Scott James Remnant hat seine eigene Theorie aufgestellt, warum das geschlossene AppStore-Ökosystem so erfolgreich ist und sich dermaßen schnell mit Anwendungen füllt: Die Aufteilung des Systems in seine Einzelkomponenten ist so gut strukturiert, dass es den Entwicklern sehr leicht fällt, diese für ihre Anwendungen zu nutzen. Es gibt Komponentenbündel, die es den Entwicklern einfacher machen, diese als Basis für ihre Anwendungen zu nutzen, ohne einzelne Komponenten im Detail kennen oder sich selbst zusammenstöpseln zu müssen. Als Beispiel nennt er das Audiosystem, das in Linux extrem fragmentiert ist, bei Apple jedoch in der CoreAudio-Komponente eine zentrale Anlaufstelle besitzt.

Ich kenne die Situation im Detail nicht genau genug, um sie qualifiziert beurteilen zu können. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Teile von GNU/Linux, das jahrelang als elitäres Fricklersystem galt, »unter der Haube« immer noch einiges an Struktur und Dokumentation vermissen lassen. Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass diese beiden Dinge unglaublich wichtig ist, damit sich neue Entwickler in einem Projekt zurechtfinden und (auch altgediente Entwickler) effektiver arbeiten können. Und wenn dabei auch noch eine Möglichkeit rausspringt, das iPhone mit Ubuntu zu synchronisieren, kann ich das nur gutheißen.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Gedankenspiele

6 Kommentare für 'Gedanken zum iPhone'