Beitrag vom 22 März 2009 13:49

Frühstart mit Jaunty

Das alte iBook G4 fristet seit dem Kauf des Macbook Pro ja eigentlich nur noch ein Schattendasein in meinem Rechnerpark. Da Netbooks nun aber immer mehr im Kommen sind, ist es an der Zeit, den alten Weggefährten wieder zu reaktivieren. Gut, es ist etwas größer und auch etwas schwerer als die aktuellen Modelle und von der Leistung kann es auch nicht so ganz mithalten, aber für das geforderte Anwendungsprofil (mobiles Surfen, Mails abrufen, Notizen machen) ist der alte Recke immer noch sehr gut zu gebrauchen.

Doch welches Betriebssystem darf es denn sein? Das aktuelle Mac OS X lässt sich zwar mit einigen Tricks klaglos installieren, ist aber für den Gebrauch im Alltag dann doch etwas zu träge. Nach einigen Versuchen mit Fedora, die ich ziemlich schnell wieder eingestellt habe (ich bin einfach nicht für RPM-Distributionen gemacht), bin ich schlussendlich wieder bei Ubuntu gelandet. Da Intrepid in meinen Augen nicht der große Wurf ist, Hardy auf der anderen Seite dann aber doch etwas veraltet für eine Spielwiese ist, habe ich mich dafür entschieden, auf den momentanen Entwicklungszweig Jaunty zu setzen. Normalerweise teste ich ja die aktuelle Entwicklungsversion nie vor Erscheinen der Beta, aber in diesem Fall erschien mir der Umstieg so reizvoll (und das Risiko vergleichbar gering), dass ich es einfach gemacht habe. Ich würde es dennoch keinem mit gutem Gewissen empfehlen, bereits jetzt auf Jaunty umzusteigen, erst recht nicht auf einem Produktivsystem und/oder ohne solide Linuxkenntnisse.

Der PowerPC-Zweig ist ja bekanntlich von Canonical seit einiger Zeit nicht mehr unterstützt. Umso erstaunlicher ist es, dass es für Jaunty wieder tagesaktuelle funktionierende Live-CDs zum Testen gibt. Diese lässt sich allerdings nur mit dem Bootparameter video=ofonly zu einer grafischen Oberfläche bewegen, während nach der Installation der Parameter nicht mehr benötigt wird. Die Installation läuft flüssig und ohne bemerkenswerte Vorkommnisse ab, die grundlegende Hardware wird gut unterstützt.

Nach der Installation zeigt sich trotz des Alphastatus bereits ein sehr rundes Bild von Jaunty. Für die WLAN-Karte »Airport Extreme« mit dem BCM 4306-Chip muss lediglich das Paket b43-fwcutter installiert werden, der Rest passiert automatisch. Die WPA-Passphrase kann jetzt sogar richtig eingegeben und muss nicht mehr hex-kodiert werden (ja, man darf sich auch über Kleinigkeiten freuen). Die Desktop-Effekte funktionieren leider nicht, was ein verschmerzbarer Verlust ist, da Metacity auch grundlegende Compositing-Eigenschaften hat, so dass man z.B. auf Docky oder Transparenzen nicht verzichten muss. Das neue USplash-Bootlogo und der Loginscreen gefallen mir ebenfalls sehr gut (wobei ich auch schon negative Meinungen dazu gehört habe).

Begeistert bin ich von der automatischen Anpassung der Schrifteinstellungen an das Display, endlich fällt das manuelle Umstellen nach der Installation weg. Lediglich die Schriftgröße muss ich noch von Hand anpassen, da ich bis jetzt noch keine Mehrheit hinter der Schriftgröße 8 als Standardeinstellung versammeln konnte (ok, ich habe auch noch nicht versucht, eine Mehrheit zu finden). Die Notifications halte ich jetzt dagegen nicht für die Rieseninnovation, eher für eine nette Ergänzung.

Einmal musste ich bis jetzt manuell in eine Textdatei greifen. In Ermangelung einer zweiten Maustaste muss man zur Aktivierung der rechten Maustaste mit Apfel-Klick in der Datei /etc/default/mouseemu diese Zeile hinzufügen:

RIGHT_CLICK="-right 125 272"

Den Recovery Modus habe ich auch bereits einmal gebrauchen müssen, da mir ein Update während der Durchführung eingefroren ist und die grafische Oberfläche anschließend nicht mehr richtig startete. Schön ist, dass es im Recovery Modus jetzt ein Auswahlmenü gibt, das eine Rootkonsole mit aktiviertem Netzwerk zur Verfügung stellen kann. Das reduziert den Aufwand einer Reparatur nach Updatefehlern doch erheblich.

Bis jetzt habe ich noch keine Funktion vermisst, die nicht unterstützt wurde. Suspend-to-RAM (Standby) funktioniert einwandfrei – auch über längere Zeiträume (mehr als 8 Stunden) – und die von mir verwendeten Programme sind ebenfalls alle da und funktionieren mit den Profilen, die aus einem Backup des Macbook Pro wiederhergestellt wurden. Wenn ich das mit der Einrichtung von Feisty damals vergleiche, liegen da Welten dazwischen. Ich glaube, Jaunty wird ein richtig gutes Release.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Hardware und Treiber

Beitrag vom 20 März 2009 17:55

Wie groß ist das Vögelchen?

Die Aktualisierungsverwaltung scheint sich nicht so ganz sicher zu sein, ob der Thunderbird jetzt 11.0 MB, 11.9 MB oder gar 12.4 MB schwer ist. Aber seht selbst:

Thunderbird-Paketgrößen in der Aktualisierungsverwaltung

Immerhin war die richtige Größe (11.9 MB) wenigstens eine der angebotenen Möglichkeiten…

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Software

Beitrag vom 28 Februar 2009 11:05

Schriftbildperfektionismus

Nachdem ich ja schon einmal am Schriftbild des Macbook Pro geschraubt habe und die Darstellung für meine Augen verbessern konnte, gibt es ein weiteres Detail, das das Schriftbild auf dem Gerät weiter verbessert.

Mehr aus Zufall ist mir aufgefallen, dass die Auflösung, die Ubuntu verwendet, nicht der Auflösung entspricht, die das Display des Macbook nativ bietet. Ein schneller Blick in die nvidia-settings bestätigt, dass das Display 110×108 Punkte pro Zoll liefert.

Ich weiß nicht genau, ob Punkte in dem Fall mit Pixeln gleichzusetzen sind, aber ein Versuch kann ja nicht schaden. Also schnell die Auflösung in den Einstellungen zur Schriftwiedergabe angepasst und tatsächlich ergibt sich eine weitere Verbesserung. Wenn jetzt die Sache mit Compiz wieder gehen würde, wäre ich wieder rundum zufrieden (auch wenn ich mich in der Zwischenzeit mit dem Metacity-Compositing ganz gut angefreundet habe).

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Ubuntu

Beitrag vom 21 Februar 2009 00:27

Karmic Koala?

Ich mag Karmic Koala. So, jetzt ist es raus und ich habe auch mal meinen Senf zu der Diskussion hinzugegeben, die es (gefühlt) bei jedem Codenamen für eine Ubuntuversion gibt.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Gedankenspiele

Beitrag vom 1 Februar 2009 01:01

Das Nvidia-Puzzle

Seit Intrepid plagt mich das Problem, dass der Desktop meines Macbook Pro in unregelmäßigen Abständen folgendermaßen aussieht:

Arbeiten ist so leider nicht wirklich möglich. Das Problem tritt nur auf, wenn Compiz aktiviert ist und scheint unabhängig von der Treiberversion. In allen Nvidia-Paketen, die in den Ubuntu-Paketquellen zu finden sind, tritt das Problem auf, selbst mit dem nvidia-glx-180, der sich in den ubuntu-updates befindet. Auch der manuell installierte Betatreiber 180.27 macht das Ganze nicht besser. Man kann den Fehler übrigens leicht provozieren, indem man schnell zwischen zwei Arbeitsflächen hin und her wechselt.

Begleitet wird das Puzzlespiel von vielen Fehlermeldungen der Sorte

NVRM: Xid (0001:00): 13, 0003 00000000 00008297 00001b0c 10007010 00000003

in /var/log/syslog sowie

(II) NVIDIA(0): Initialized GPU GART.

in /var/log/Xorg.0.log.

Mich würde echt mal interessieren, ob ich der Einzige mit dem Phänomen bin?

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Hardware und Treiber

Beitrag vom 26 Dezember 2008 16:34

Airport ohne Landeerlaubnis

Schon länger quält mich die Airportkarte im Macbook Pro unter Intrepid mit regelmäßigen kurzen Verbindungsabbrüchen. Die Abbrüche stören nicht wirklich, allerdings treten sie immer dann auf, wenn man sie gerade nicht gebrauchen kann. Der Network Manager gibt dazu leider nicht wirklich viele Informationen her:

NetworkManager: <debug> [1230290614.592207] periodic_update(): Roamed from BSSID (SSID meines WLANs) to (none) ((none))
NetworkManager: <debug> [1230290620.592461] periodic_update(): Roamed from BSSID (none) ((none)) to (SSID meines WLANs)

Da ein Wechsel auf den alternativen Netzwerk-Manager wicd das Phänomen gemindert, aber nicht beseitigen konnte, lag der Verdacht nahe, dass das Verhalten nicht am Manager, sondern am verwendeten Treiber ath9k liegt. Der zugehörige Launchpad-Bug scheint diesen Verdacht zu bestätigen.

Der aktuelle Entwicklungsstand des Treibers scheint den Bug gemildert zu haben, zumindest treten nach der Installation keine Abbrüche mehr auf, wenn auch die Verbindung manchmal ziemlich langsam wird. Wer es mal selbst probieren will, das täglich aktualisierte Treiberpaket ist bei Linux Wireless erhältich. Dort findet man auch detaillierte Informationen zum Installationsprozess.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Hardware und Treiber

Beitrag vom 22 Dezember 2008 23:01

Neue Konfiguration, alte Wirkung

Nachdem es sich nun auch bis zu mir herumgesprochen hat, dass das Einstellen des Touchpads mit der xorg.conf ja »sowas von old school« ist und der geneigte Ubuntuuser das seit Intrepid viel komfortabler über HAL macht, konnte ich es mir nicht verkneifen, das Ganze mal zu testen und meine Konfiguration nach HAL zu portieren. Das Schöne dabei ist, dass eigentlich alles beim Alten geblieben ist. Die Optionen heißen noch (fast) gleich und werden lediglich in besser lesbares XML verpackt.

Man erstellt sich also eine Datei /etc/hal/fdi/policy/appletouch.fdi und befüllt sie mit den gewünschten Optionen. Nicht vergessen darf man, eine bereits vorhandene Konfiguration in der xorg.conf zu entfernen oder zumindest auszukommentieren. Und so sieht das Meisterwerk bei mir dann aus:

<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?>
<deviceinfo version="0.2">
<device>
<match key="info.capabilities" contains="input.touchpad">
<match key="info.product" contains="appletouch">
<merge key="input.x11_driver" type="string">synaptics</merge>
<merge key="input.x11_options.SHMConfig" type="string">true</merge>
<merge key="input.x11_options.TopEdge" type="string">0</merge>
<merge key="input.x11_options.LeftEdge" type="string">0</merge>
<merge key="input.x11_options.RightEdge" type="string">1100</merge>
<merge key="input.x11_options.BottomEdge" type="string">800</merge>
<merge key="input.x11_options.FingerLow" type="string">15</merge>
<merge key="input.x11_options.FingerHigh" type="string">25</merge>
<merge key="input.x11_options.TapButton1" type="string">1</merge>
<merge key="input.x11_options.TapButton2" type="string">3</merge>
<merge key="input.x11_options.TapButton3" type="string">2</merge>
<merge key="input.x11_options.ClickFinger1" type="string">1</merge>
<merge key="input.x11_options.ClickFinger2" type="string">3</merge>
<merge key="input.x11_options.ClickFinger3" type="string">2</merge>
<merge key="input.x11_options.VertEdgeScroll" type="string">0</merge>
<merge key="input.x11_options.HorizEdgeScroll" type="string">0</merge>
<merge key="input.x11_options.VertTwoFingerScroll" type="string">1</merge>
<merge key="input.x11_options.MinSpeed" type="string">0.5</merge>
<merge key="input.x11_options.MaxSpeed" type="string">2.5</merge>
<merge key="input.x11_options.AccelFactor" type="string">0.3</merge>
</match>
</match>
</device>
</deviceinfo>

Ein nicht unwesentlicher Vorteil dieser Methode ist, dass man Konfigurationsänderungen vornehmen kann, ohne den XServer neu starten zu müssen. Ein Neustart von HAL genügt normalerweise schon.

sudo /etc/init.d/hal restart

Es kann allerdings vorkommen, dass zusätzlich anschließend auch noch der Touchpad-Treiber neu geladen werden muss, was allerdings schnell passiert ist.

sudo modprobe -r appletouch && sudo modprobe appletouch

Die Multitouch-Touchpads neuerer Macbooks werden vom bcm5974-Treiber versorgt. Dementsprechend ist bei diesen Exemplaren in der obigen Konfiguration appletouch durch bcm5974 zu ersetzen.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Desktopeffekte, Hardware und Treiber

Beitrag vom 8 Dezember 2008 19:10

Welchen Mac habe ich eigentlich?

Notiz an mich: Unter Ubuntu kann man sein Mac-Modell ganz einfach mit

sudo dmidecode | grep Product

feststellen. Vielleicht ist es irgendwann mal nützlich.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Ubuntu

Beitrag vom 23 November 2008 17:50

Entscheidungshilfe

via The Phrygian Cap via Planet Ubuntu

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Ubuntu

Beitrag vom 18 November 2008 21:37

Serverumzug abgeschlossen

Unsere kleine Odyssey hat nun hoffentlich ein Ende gefunden. Das MacVillage ist wieder online und wird es hoffentlich auch eine ganze Zeitlang bleiben. Grund für den langen Ausfall war unser etwas angegrauter Server bei Strato, der etwas überraschend nicht mehr Herr über unsere Scripte und Zugriffe war. Da ein internes Hardware-Update bei Strato schwieriger zu sein scheint als ein kompletter Providerwechsel, haben wir uns (ebenfalls kurzfristig) nicht nur für einen besseren Server, sondern eben auch für einen neuen Provider entschieden. Und die Suche nach einem neuen »Zuhause« für unser Dorf hat ebenfalls noch einiges an Zeit gekostet.

Als Ergebnis der vielen Überlegungen liegen unsere Seiten seit heute bei der domainFACTORY. Wir möchten uns außerdem ausdrücklich bei allen Lesern für die lange Pause entschuldigen. Ein großes »Dankeschön!« möchten wir zusätzlich an die vielen Mail-Schreiber und Twitterer für deren Unterstützung und Mitleid ( ;-) ) loswerden.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Gedankenspiele